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Bei der Planung eines Sanitätswachdienstes gibt es einiges zu beachten

Sie planen ein Sportfest, ein Konzert, ein Event? Auch bei Ihnen stellen wir gerne einen Sanitätswachdienst zur Verfügung. Die folgenden Informationen richten sich  insbesondere an Veranstalter, aber auch an die Führungs- und Leitungskräfte unserer Rotkreuzgemeinschaften.

Bitte beachten Sie, dass sich unsere DRK-Ortsvereine bei der Planung von Sanitätswachdiensten innerhalb unserer Leitlinien frei entfalten können und es so von Ort zu Ort zu geringfügigen Abweichungen der hier genannten Informationen kommen kann.

Nehmen Sie einfach Kontakt zur örtlichen DRK-Gliederung auf und lassen Sie sich dort umfassend beraten.

 

 

Qualität ist niemals Zufall;

sie ist immer das Ergebnis hoher Ziele,

aufrichtiger Bemühung,

intelligenter Vorgehensweise

und geschickter Ausführung.

 

Will A. Foster

__________

Planungsgrundlagen

Eine große Masse von Menschen, die sich bewegt oder auf engem Raum zusammen drängt, stellt bereits durch ihr Vorhandensein ein erhebliches Gefährdungspotential dar. Geringfügige äußere Anlässe können bereits hohe Zahlen Betroffener indizieren. Dabei kann als Grundannahme von einem Anteil von 1% betroffener Personen ausgegangen werden. Geht man weiterhin davon aus, dass eine Einsatzkraft bis zum Eintreffen von Reserven maximal 3 Personen mit sanitäts- oder betreuungsdienstlichen Hilfeleistungen versorgen kann, bedeutet dies, dass als untere Grenze mindestens 1 Helfer/in pro 300 Besucher anwesend sein muss.

Ist abzusehen, dass Schadensereignisse üblicherweise nicht die Gesamtheit der Besucher betreffen werden, kann diese Zahl bis auf 1 Helfer/in pro 1.000 Besucher verringert werden (dies ist z.B. der übliche Kräfteansatz in Fußballstadien, soweit nicht besondere Gefährdungsmomente hinzutreten).

Hinzu kommen die notwendigen Führungs- und Funktionskräfte sowie die Besatzungen der Einsatzfahrzeuge. Darüber hinaus müssen, soweit nach den oben dargestellten Überlegungen erforderlich, mindestens wiederum

1 Helfer/in pro 1.000 Besucher in Voralarm versetzt sowie die gleiche Anzahl in Alarmwarnung sein. Auch hier sind die Führungs- und Funktionskräfte nicht mitgezählt.

 

 

Veranstaltungen mit geringer Gefahrenneigung

Mindestens 1 Einsatzkraft je 1.000 Zuschauer, jedoch niemals weniger als zwei Einsatzkräfte! Auf den Einsatz von RTW und KTW kann hier üblicherweise verzichtet werden, jedoch muss eine Telefon- oder Funkverbindung zur zuständigen Leitstelle vorhanden sein.

Das Sanitäterteam leitet bei einem Notfall alle erforderlichen diagnostischen und sanitätsdienstlichen Maßnahmen (einschließlich Reanimation und Frühdefibrillation) ein, veranlaßt einen Notruf und übergibt den Patienten an den Notarzt / Rettungsdienst.

Zur Ausstattung der Helfer gehört ein Sanitätsrucksack nach DIN 13155 zusätzlich mit Sauerstoff und Sofortkältepack.

 

 

Veranstaltungen mit mittlerer Gefahrenneigung

Mindestens 1 Einsatzkraft je 500 Zuschauer, jedoch nicht weniger als zwei Einsatzkräfte!

Der Einsatz von RTW und/oder KTW ist - nach Abstimmung mit dem Träger des Rettungsdienstes - dann angezeigt, wenn die Gefahr besteht, dass sich bei Schadenfällen durch Blockierung von Zufahrtswegen das Eintreffen von Fahrzeugen des Rettungsdienstes verzögern kann. Sprechfunkverbindung der Einsatzkräfte untereinander (Handsprechfunkgeräte) sowie zur Leitstelle ist erforderlich.

Das Sanitäterteam leitet bei einem Notfall alle erforderlichen diagnostischen und sanitätsdienstlichen Maßnahmen (einschließlich Reanimation und Frühdefibrillation) ein, veranlaßt einen Notruf und übergibt den Patienten an den Notarzt / Rettungsdienst.

Patienten werden nur nach Rücksprache mit der Rettungsleitstelle transportiert. Die Einsatzbereitschaft am Veranstaltungsort bleibt bei Patiententransporten erhalten.

Zur Ausstattung der Helfer gehört ein Sanitätsrucksack nach DIN 13155 zusätzlich mit Sauerstoff und Sofortkältepack. Außerdem Tragen, Vakuummatratze, Stifneck, Notfallarztkoffer, Defi-Halbautomat.

Falls erforderlich wird zusätzlich ein Notfallkrankenwagen (KTW DIN EN 1789 Typ B) eingesetzt.

 

 

Veranstaltungen mit hoher Gefahrenneigung

Mindestens 1 Einsatzkraft je 300 Zuschauer, jedoch nicht weniger als eine Sanitätsgruppe!

Zusätzlich ist - nach Absprache mit dem Träger des Rettungsdienstes - mindestens 1 RTW vorzuhalten. Je nach Größe der Veranstaltung ist darauf zu achten, sowohl Kräfte des Sanitätsdienstes als auch Kräfte des Betreuungsdienstes einzusetzen. Sprechfunkverbindung der Kräfte untereinander, zu den Kraftfahrzeugen und Unfallhilfsstellen sowie - für den Einsatzleiter - zur Leitstelle und ggf. anderen eingesetzten Kräften und Organisationen ist erforderlich. Die Teams führen die bei Notfällen erforderlichen diagnostischen und rettungsdienstlichen Maßnahmen durch und transportieren Verletzte in Kliniken. Die Einsatzbereitschaft bleibt bei Patiententransporten erhalten.

Zur Ausstattung der Helfer gehört ein Sanitätsrucksack nach DIN 13155 zusätzlich mit Sauerstoff und Sofortkältepack. Außerdem Tragen, Vakuummatratze, Stifneck, Notfallarztkoffer, Defi-Halbautomat

Außerdem werden Rettungswagen (RTW) und Krankenwagen (KTW) eingesetzt.

 

 

Folgende Sachverhalte sind zwischen dem Veranstalter und dem DRK abzuklären:

- Handelt es sich um eine sogenannte "gefahrgeneigte Veranstaltung"?

- Ist die Betreuung der Veranstaltung (einschließlich Reserven für mögliche

Lageverschärfungen) mit dem eigenen Helfer- und Ausrüstungspotential möglich?

- Sind die durch den Einsatz entstehenden Kosten gedeckt?

- Der rechtliche Unterschied zwischen "Sanitätsdienst bei Veranstaltungen" und "Rettungsdienst" im Sinne des Rettungsdienstgesetzes NRW ist vielen Veranstaltern nicht geläufig. Daher muss deutlich gemacht werden, dass die angeforderte sanitätsdienstliche Versorgung einer Veranstaltung nicht gleichzeitig auch die Sicherstellung des Rettungsdienstes bedeutet. Soweit dies von der Gefahrengeneigtheit der Veranstaltung her erforderlich ist, muss daher neben dem Sanitätsdienst auch an - durch den Träger des Rettungsdienstes durchzuführende - rettungsdienstliche Planungen gedacht werden.

- Häufig erkennen Veranstalter in der Planungsphase neben den Vorbereitungen für einen ausreichenden Sanitätsdienst nicht die Notwendigkeit, auch betreuungsdienstliche Vorkehrungen zu treffen. Hier ist es Aufgabe der an den Absprachen und der Planung beteiligten DRK-Führungskräfte entsprechende Hinweise zu geben, um auch die betreuungsdienstlichen Aspekte zu berücksichtigen.

 


Kostenregelung

Die Kosten für einen Sanitätswachdienst können von Ort zu Ort varieren. Die Rotkreuzleiter aus dem Kreisverband Altena-Lüdenscheid haben sich beim Kreisausschuss der Rotkreuzgemeinschaften im Januar 2002 auf folgende Regelung geeinigt:

 

Wie können wir in der Zukunft finanziell überleben? Vor dieser Frage stehen heute mehr denn je auch die Hilfsorganisationen. Steigende Ansprüche seitens der Veranstalter und der Bürger und erhöhte gesetzliche Auflagen haben auch Folgen für das Rote Kreuz.

- Kostensteigerung bei der Ausstattung der Einheiten

- höherer Ausstattungsstandard der Einsatzfahrzeuge

- gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsbekleidung der Helfer/innen

- drastisch erhöhte Ausbildungskosten

 

Dem stehen gegenüber:

- sinkende Spendenbereitschaft in der Bevölkerung

- sinkende öffentliche Zuschüsse

- zurückgehende Beteiligung des Katastrophenschutzes

- notwendige Ersatzbeschaffung aus eigenen Mitteln

 

Trotzdem legt das Deutsche Rote Kreuz größten Wert darauf, allen seinen Aufträgen gerecht zu werden. Bei der Mittelverwendung unterliegt es jedoch engen Grenzen.

Vor diesem Hintergrund hat der DRK - Kreisverband Altena-Lüdenscheid folgenden Rahmen zur Deckung seiner Selbstkosten festgelegt:

Personaleinsatz

Qualifikation

Sanitätshelfer/in

Betreuungshelfer/in

Rettungshelfer/in

Rettungssanitäter/in

Rettungsassistent/in

Notarzt / Notärztin

je Einsatzstunde

 

     

              EUR 5,50

         zuzügl. Verpflegung 

 

          nach Vereinbarung 

Foto: C. Klimpel / DRK

Sofern der Veranstalter keine ausreichende und angemessene Verpflegung für die Einsatzkräfte sicherstellt, sind Verpflegungskosten in Höhe der im DRK üblichen Regelsätze zusätzlich ansetzbar ("Verpflegungssätze").

 

Rettungsmittel

Fahrzeug- und Materialeinsatz

.

Kombi

Krankenwagen nach DIN

Rettungswagen nach DIN

je Einsatzstunde bei Tagesveranstaltungen

 

              EUR 7,-

             EUR 17,-

             EUR 50,-

je Einsatztag bei Mehrtagesveranstaltungen

 

              EUR 45,-

              EUR 115,-

              EUR 250,-


Strom, Wasser und Parkfläche

Beim Einsatz einer Sanitätsstation/eines Sanitätszeltes sorgt der Veranstalter für einen verkehrsgünstig gelegenen und vom Rettungsdienst jederzeit erreichbaren und befestigten Stellplatz in unmittelbarer Nähe des eigentlichen Veranstaltungsortes. Dies gilt auch für den Standort eines Rettungswagens (RTW).

Darüber hinaus stellt der Veranstalter auch einen Stromanschluss sowie ggf. einen Wasseranschluss zur Verfügung.