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DRK-Kreisverband Altena-Lüdenscheid

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Der DRK-Kreisverband Iserlohn-Land e.V.

 

Chronik

100 Jahre DRK

Kreisverband

Iserlohn Land

 

zusammen gestellt von Dr. Franz Rips im Jahre 1985

 

Nach der Schlacht von Solferino im Jahre 1859 ruft der Kaufmann Jean Henry Dunant angesichts der unversorgten Opfer auf dem Kampffeld zur Hilfe und zur Menschlichkeit auf: „Wir sind alle Brüder“. Seitdem lebt in allen Kulturstaaten diese Idee des Hilfsdienstes am Mitmenschen über alle Nationen, Konfessionen und Rassen hinweg weiter. Im damaligen Preußen ruft im Kriegsjahr 1866 die Königin Viktoria zur entsprechenden Mithilfe im Vaterländischen Frauenverein auf, ohne auf Dunant oder die inzwischen erarbeitete Genfer Konvention Bezug zu nehmen.

 

 

1. Die Initiative einiger Frauen

7 Damen des gehobenen Bürgertums ergreifen hier in Iserlohn die Initiative und bilden am 10.06.1885 den Zweigverein des Vaterländischen Frauenvereins. Ihnen schließen sich 3 Herren an, ein Kommerzienrat, ein Schuldirektor und der Landrat des Kreises, der ein Jahrzehnt lang säuberlich handschriftliche Protokolle fertigt und seine Schreibfeder an seinen Amtsnachfolger weitergibt. Dieses Zehnergremium rüttelt damals das soziale Gewissen mitten in der Gründungsperiode einer aufkommenden Industriegesellschaft auf und baut von Ort zu Ort die Keimzellen für die Arbeit des Roten Kreuzes hier im Raume des Landkreises Iserlohn auf.

 

 

2. Die Kabinettsorder

Es entspricht ganz dem damaligen monarchischen Geist nach der Reichsgründung von 1871, dass zwei Ereignisse fast ausschließlich jeweils ein Sitzungsprotokoll ausfüllen. „Es sei ein von Ihrer Majestät der Kaiserin Königin allerhöchst eigenhändig unterzeichnetes Diplom dem Verein zum Geschenk gemacht und mittels Kabinettorder vom 7. des Monats (September 1885) übersandt worden.“ Etwas später nimmt die hiesige Vorsitzende, Frau Herbers, als Delegierte der Westfälischen Vaterländischen Frauenvereine an einer Tagung der Preußischen Zentralvereinigung in Berlin teil. Sie berichtet dem Iserlohner Vorstand hierüber lt. Protokoll lediglich, dass „die Delegierten in Höchst dero Palais empfangen wurden.“

 

 

3. Dringende Aufgaben

Mit Genehmigung der Satzung nimmt der Verein seine umfassende Aufgabe auf: „In Friedenszeiten beteiligt sich der Vaterländische Frauenverein bei Linderung außerordentlicher Notstände in allen Teilen des Vaterlandes, stellt aber als dringendste Aufgabe die Abhilfe der im Kreise Iserlohn hervortretenden Not, und zwar in Anlehnung an die öffentliche Wohltätigkeitspflege und die der vorhandenen Vereine“. §2, Abs. 2 der Satzung). Bezeichnenderweise wird nur in Klammern beigefügt: („Abgesehen von der Vorbereitung für den Kriegsfall“).

Erst am 30.06.1894 genehmigte der Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins in Berlin, dass „der Verein die Rechte der juristischen Person erwerbe“.

 

 

4. Ein erster Gewissenskonflikt

Bereits im Gründungsjahr 1886 entwickelte sich eine Auseinandersetzung, die nur auf dem Hintergrund des sog. Preußischen Kulturkampfes unter Bismarck verständlich wird. Der katholische Pfarrer Schröder aus Iserlohn übergibt ein Schreiben, in welchem er Bedenken äußert, ob es für ihn nach dem Statut überhaupt gestattet sei, Mitglied des Vereins zu sein und bittet um Streichung seines Namens im Mitgliederverzeichnis. Aus der Korrespondenz geht hervor, dass diese Bedenken auf höherer kirchlicher Ebene geteilt werden. Der Vaterländische Faruenverein stellt dem gegenüber klar heraus, dass seine Arbeit unabhängig von Berufen, Ständen und Konfessionen sei. Dabei beruft er sich auf den Gründungsaufruf vom 11.11.1866, worin die Preußische Königin Augusta Viktoria „unbescholtene Frauen und Jungfrauen ohne Unterschied des Glaubens und Standes“ zur Mitarbeit auffordert. Der Vorstand empfiehlt dem ausscheidenden Mitglied Pfarrer Schröder, als außerordentliches Mitglied dem Verein verbunden zu bleiben. Dieser Vorschlag findet offensichtlich keinen Widerhall.

 

 

5. Entfaltung bis zur Jahrhundertwende – örtliche soziale Hilfe –

Der Verein wendet sich zunächst vorwiegend sozialen Aufgaben im Landkreis zu. Am 3.6.1889 geht ein Wolkenbruch über das Grünetal hinweg, der Vaterländische Frauenverein sammelt Sach- und Geldspenden und verteilt sie unmittelbar an die Geschädigten.

 

Aufschlussreich für den Stand der Kreisorganisation ist auch die Verteilung von 500 Mark im gleichen Jahr 1889, wonach Anteile auf die örtlichen Vereinigungen in Iserlohn, Ergste, Menden, Deilinghofen, Hemer, Hohenlimburg und Berchum entfallen. „Außerdem soll Frau Kommerzienrat Kissing für eine arme Familie 20 Mark erhalten.“

 

Im Jahresbericht 1896 erscheint zum 1. Mal der Arbeitsverein Hohenlimburg, in dem „beschäftigungslose bedürftige Frauen mit Nähen und Sticken beschäftigt werden und durch den Verkauf der erstellten Waren ein Einkommen erzielen.“ Später richtet der Vaterländische Frauenverein in Iserlohn eine eigene Verkaufsstelle ein, die aber wegen des Mangels an Umsatz bald aufgegeben werden muss.

 

Immerhin nimmt die Kreisvereinigung 1896 aus Beiträgen, Spenden und Zinsen von angesammelten Kapitalien fast 4.000 Mark ein, wovon neben den Beitragsquoten an den Provinzialverband und neben dem sehr geringen Verwaltungsaufwand folgende Maßnahmen bestritten werden: Geldunterstützung an Bedürftige, Entsendung schwächlicher Kinder zur Kur und Pflege in Kinderheilstätten, Milchkuren von schwächlichen Kindern, Kurkosten für kranke Kinder und Erwachsene, Weihnachtsbescherung für arme Kinder. In seiner Zusammenfassung stellt der Bericht etwas resignierend fest: „Eine geordnete Armenpflege zu treiben, kann sich der Verein nicht zur Aufgabe machen. Dazu ist sein räumliches Gebiet, der ganze Kreis, zu groß. Er muss dies den Gemeinden und den örtlichen Vereinen überlassen, ebenso den Geistlichen.“

 

 

6. Vorsichtige Erweiterung der Aufgaben

Erst im zweiten Jahrzehnt seines Bestehens wendet sich der Verein allmählich dem zweiten Teil seines satzungsgemäßen Aufgabenbereiches zu, der Ausbildung von Kräften für den Fall von Katastrophen und für den Kriegsfall. Der Kreisphysikus Sanitätsrat Dr. Büren hält einen theoretischen Samariterlehrgang für 15 Teilnehmerinnen ab. Die praktische Ausbildung muss vorerst unterblieben, weil noch kein Krankenhaus vereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen. Ein solcher Dienst – so kann man der Korrespondenz entnehmen – sei Patienten und Pflegepersonal nicht zuzumuten. Tatsächlich hat der Verein diese praktische Seite erst nach Fertigstellung des neuen ev. Krankenhauses in Iserlohn nachgeholt. Für diesen Teil der Arbeit greift der Kreisverband ein Losungswort des Preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz auf: „Militi pro rege et Patria vulnerato“ (Dienst für den Soldaten, der im Kampf für König und Vaterland verwundet wird).

 

 

7. Erste Versuche der Zusammenarbeit

Bereits im Jahre 1889 tauchte eine Anfrage des Männervereins vom Roten Kreuz in der Stadt Iserlohn auf, wonach eine gemeinsame Ausbildung von Krankenpflegern und Pflegerinnen für den Kriegsfall gewünscht wird. Diese Anregung bleibt vorerst unbeachtet, so entwickelt sich diese Männerbereitschaft in Iserlohn selbstständig weiter und bildet später den Kern des Kreisverbandes Iserlohn-Stadt, der bis 1936 noch eine Einheit mit Iserlohn-Land beibehält. Im gleichen Rotkreuzbericht werden erstmals auch die Sanitätskolonnen von Hohenlimburg und Letmathe genannt. Später erfährt diese Statistik einen charakteristischen Zusatz. „Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der militärischen Vereine zu Iserlohn, die im Falle der Mobilmachung zur Verfügung stehen.“

Die verschiedenen Sanitätskolonnen (Männerbereitschaften) sind im allgemeinen aus den in den Orten bestehenden Kriegervereinen hervorgegangen.

 

 

8. Anfänge einer Haushaltungsschule

Bereits im Jahre 1888 regt die Zentrale des Vaterländischen Frauenvereins in Berlin an, „Haushaltsschulen für Fabrikmädchen zu gründen.“

Kurz vor der Jahrhundertwende richtet der hiesige Verein in der Iserlohner Herberge zur Heimat eine provisorische Haushaltungsschule für berufstätige junge Mädchen ein. Zunächst bildet die Heimmutter der Herberge jeweils vier Mädchen stundenweise 1 Jahr hindurch aus. Die Arbeitgeber werden gebeten, den Verdienstausfall zu tragen, andernfalls soll an die Schülerinnen aus der Vereinskasse ein Betrag von 15 Pfenningen (!) gezahlt werden. Später stellte der Vereine eine hauptamtliche Kraft als Lehrerin ein, die Stadt überlässt geeignete Unterrichtsräume und zahlt eine jährliche Beihilfe ab den Kreisverband. Bis zu 50 Arbeiterinnen erfahren bald jährlich die Förderung durch diese Einrichtung.

 

Nach einigen Jahren erfasst man auch bewusst die Schülerinnen des Abgangsjahres der Volksschule. Zum Ende des Jahrhunderts ist die Schülerzahl bereits auf 130 angewachsen, „wovon 80 evangelisch und 50 katholisch sind.“

 

„Die Mädchen des letzten Schuljahres der hiesigen Volksschule erhalten jedes wöchentlich einmal in 3 Stunden 1 Jahr hindurch theoretischen und praktischen Unterricht in der Haushaltskunde, der von einer Fachlehrerin geleitet wird.“

 

Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 geht diese Einrichtung des Roten Kreuzes ein, weil die Räume für zeitbedingte Sozialmaßnahmen benötigt werden und weil in der Kriegswirtschaft der Arbeitseinsatz von Frauen eine andere Gewichtung erfährt.

 

 

9. Hilfssendungen nach China und Südwestafrika

Das deutsche Truppenkontingent in China bei der Niederwerfung des sog. Boxeraufstandes im Jahre 1899 / 1900 durch die Vereinigten Europäischen Mächte wird mit Hilfsgütern an Kleidung, Verbandmaterial und Liebesgaben für die einzelnen Soldaten bedacht. Desgleichen bereitet die Versendung eines gestifteten Fasses Wein an die Verwundeten bei den Kämpfen gegen Aufständische in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) große Sorgen. Die Wöhrmann-Linie teilt am 28.4.1906 handschriftlich mit, dieses Fass könne nur von Hamburg aus verladen werden, da die Dampfer nach Swakopmund keine europäischen Häfen anlaufen.

 

10. Grenzen der Tätigkeiten

Als der Zentralverband 1897 zu Spenden für die Unwettergeschädigten in Schlesien und Sachsen aufruft, merkt die Provinzialvorsitzende lakonisch an: „Auch in Westfalen, im Kreise Büren, haben Überschwemmungen stattgefunden. Erforderlichenfalls beabsichtigen wir, dort hilfreich einzutreten.“

Der hiesige Vaterländische Frauenverein hat diesen Wink gut verstanden und seine Mittel nach Büren geleitet.

 

Auch der sozialen Hilfe in Einzelfällen werden Grenzen gezogen, weil gelegentlich die Gefahr des Missbrauches auftritt und weil die eine oder andere Gemeinde versucht, sich ihren Verpflichtungen zu Lasten des Roten Kreuzes zu entziehen. Bezeichnend für die Lage einzelner Arbeiterfamilien ist ein Brief eines seit langem kranken Familienvaters vom 13.11.1900 (Auszug): „Von 11 lebenden Kindern sind jetzt 3 der Schule entlassen, wovon 2 in der Lehre und wir sozusagen die ganze Zeit fast auf das Verdienst unseres ältesten Sohnes von 19 Jahren und mein bisschen Krankengeld bei einer Familie von 13 Köpfen angewiesen sind. Dazu müssen wir monatlich 20,50 Mark Miete zahlen.“ In diesem Falle hat der Vaterländische Frauenverein Iserlohn längere Zeit hindurch kräftige Hilfe geleistet.

 

Andererseits sieht sich der Verein außerstande, dem Aufruf zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit über die bisherige Unterstützung hinaus (Milchspenden, Wöchnerinnenpflege, Kinderkuren) zu folgen.

 

Auch bereitet die Ausbildung von Samariterinnen, Hilfsschwestern und Schwestern immer wieder größte Sorgen. Außer dem Krankenhaus Bethanien lehnen alle anderen Häuser im Kreise die Übernahme und Ausbildung der Hilfsschwestern ab.

 

Immer wieder beschäftigt sich der Vorstand der Vaterländischen Frauenvereins in Iserlohn mit Fragen über „die Westfälische Schwesternschaft vom Roten Kreuz“, die das Mutterhaus mit ev. Hausordnung in Langendreer und das entsprechende Mutterhaus kath. Hausordnung in Gelsenkirchen gründete. Man wirbt um junge Mädchen für diese Laufbahn. Am Ort wird 1907 allerdings lediglich eine Frau benannt, die im Kriegsfall für die freiwillige Krankenpflege eingesetzt werden könne. Sie wird als Köchin empfohlen, „weil sie bei Frau Justizrat N.N. in Düsseldorf im Haushalt ausgebildet wurde.“

 

11. Werbung, Feiern, Spenden

Gute Arbeit auf vielen sozialen Feldern zu leisten, ist zwischen 1885 und 1914 die beste Werbung des Vereins. Darüber hinaus finden ab 1900 regelmäßig auf der Alexanderhöhe in Iserlohn Wohltätigkeits-Aufführungen statt, deren Programme von der Zentrale in Berlin vorgeschlagen und von hiesigen Laienkräften teilweise bestritten werden.

 

Über ein Fest mit hohem Niveau am 14.01.1900 berichtete die Iserlohner Presse recht breit. Er bringt einen Reinertrag von 1.202,55 Mark. Der Prolog der Veranstaltung ist bezeichnend für die damalige Mentalität: „Denn nicht ein Freudengarten ist die Welt, ein Schlachtfeld, wo das Elend Ernte hält.“

 

Am 18.05.1901 wagt man das Lustspiel „Im Weißen Rössel“ und im Rollenverzeichnis tauchen viele heimische Namen auf. Auch in den anderen Ortsvereinen treten gleiche Bemühungen mit Erfolg auf. Im wesentlichen finanziert sich der Verein jedoch durch Spenden, die z.B. verschiedentlich aus Anlaß der Heirat einer Tochter oder eines Sohnes bis zu Beträgen von 20.000,- Mark im Jahre 1906 gegeben werden.

 

„Eine Liste der Wohltäter“, so benannt laut Vorstandsbeschluss steht- in Bleistift gekritzelt – auf der Rückseite eines Buchdeckels. Namen von Frauen und Männern aus Kreisen der Fabrikanten und Kaufleute im Kreise Iserlohn sind hier aufgeführt. Sie haben zusammengefasst fast 50.000,- Mark gespendet, die bis zum Kriegsausbruch 1914 zinsbringend angelegt werden. Der Verein zählt am Vorabend des ersten Weltkrieges 1080 Mitglieder aus allen Städten und Gemeinden des Landkreises und der Stadt iserlohn, 67 außerordentliche Mitglieder und 11 Wohltäter. Sein Kapitalvermögen beträgt rund 53.000,- Mark, die Jahresausgaben bewegen sich jeweils um 4.000,- Mark. Die 3 Sanitätskolonnen von Iserlohn, Letmathe und Hohenlimburg führen trotz aller Vereinbarungen über Zusammenarbeit seit eh und je organisatorisch und finanziell ein unabhängiges Eigenleben, das in der Stadt Iserlohn besonders stark seit dem Jahre 1896 betont wird.

 

12. Grundlegende Wandlungen der Aufgaben im ersten Weltkrieg

Mit der Mobilmachung tritt die von Landrat Nauk geleitete Kreisstelle vom Roten kreuz Iserlohn in Funktion als Zusammenfassung aller Rotkreuzkräfte. Schnellstens muss auf der Alexanderhöhe in Iserlohn ein Reservelazarett mit 200 Betten hergerichtet werden. Der Arbeitsverein Hohenlimburg schneidet und näht die gesamte Bettwäsche, während die Frauen in Iserlohn für die sonstige Ausstattung sorgen. Am 1.9.1914 werden die ersten Verwundeten eingeliefert. Der Mangel an ausgebildeten Pflegekräften kann erst allmählich bis zum Ende des 1. Kriegsjahres abgebaut werden. Dabei sollen nach den Richtlinien des Roten Kreuzes für je 100 Kranke und Verwundete 6-8 Vollschwestern, bis zur gleichen Zahl Hilfsschwestern, außerdem männlichem Pflegedienstpersonal eingesetzt werden.

In den gleichen Richtlinien steht auch eine Empfehlung von allgemeiner Gültigkeit: „Alles, was im Lazarett geschieht oder nicht geschieht, darf nicht in die Familie oder in den Bekanntenkreis hineingetragen werden, damit der leidige Klatsch vermieden wird.“

 

13. Der Hilfslazarettzug T3 aus Iserlohn

Der behelfsmäßige Bahntransport der ankommenden Verwundeten löst hier in Iserlohn eine einmalige Aktion aus. Dank der Bemühungen von Ärzten und DRK-Bereitschaften, dank der allgemeinen Opferbereitschaft in der Bevölkerung gelingt es mit Hilfe der Förderung durch die Kreise Iserlohn, Altena, Olpe und Siegen, einen Zug mit 38 Wagen zusammenzustellen, in denen 47 Begleitpersonen dauernd tätig sind, darunter auch Helferinnen des hiesigen Vaterländischen Frauenvereins.

Die amtliche Bezeichnung lautete: Vereinslazarettzug T3 mit Iserlohn als Heimatstation und Verwaltungssitz. Von März 1915 bis zum Kriegsende im November 1918 werden tausende verwundeter Soldaten in die Heimat gebracht. Bis zum 1.10.1915 hat das Rote Kreuz lt. vorliegender Rechnung 3.126,38 Mark für diese Betreuung des Lazarettzuges ausgegeben.

 

In einem Nachweis vom 15.10.1916 werden 82 Personen aufgeführt, die Pflege- und Sanitätsdienste im Lazarettzug leisten. Die Mehrzahl der übrigen ausgebildeten Kräfte ist zum Kriegsdienst eingezogen worden, darunter auch manche, die an sich für den Lazarettzug T3 freigestellt werden sollten.

 

Das Bedürfnis nach einem ordnungsmäßigen Transport der ankommenden Verwundeten und nach Betreuung des Lazarettzuges T3 löst am 15.10.1915 in Menden die Begründung einer eigenen Sanitätskolonne mit 12 Mitgliedern aus. Aufschlussreich ist die Benennung dieser neuen Bereitschaft. „Preußischer Landesverein vom Roten Kreuz, freiwillige Sanitätskolonne Menden in Westfalen im Reichsverband Deutscher Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz“. Es fehlt hier jeder Hinweis auf die zuständige Zusammengehörigkeit mit der Kreisorganisation vom Roten Kreuz.

 

Im 1. Jahresbericht wird erwähnt, dass 22 Kriegstransporte zumeist von Lazarettzügen hier in Menden angekommen sind. Die Verwundeten sind dem hiesigen Krankenhaus zugeleitet worden, das im Laufe der gesamten Kriegsjahre rund 800 Soldaten betreut hat.

 

14. Kriegsbedingte Einzelaktionen

Es entfaltet sich bald den einzelnen Ortsvereinen eine umfangreiche Herstellung von Gaben und Sendungen an die Soldaten im Felde. Die Wollkommission in Berlin liefert nach und nach 1000kg Strickwolle, die hier von fleißigen Frauenhänden zu wärmenden Kleidungsstücken für die Soldaten verarbeitet wird.

„Unterstützungsbedürftige Kriegerfrauen können sich durch diese Arbeit ein zusätzliches Einkommen verdienen.“

 

Auf verschiedenen Bahnhöfen richtet der Vaterländische Frauenverein ständige Bahnhofsdienste ein, in den Städten bald auch Volksküchen und Kinderspeisungen. Trotz strenger Zwangswirtschaft wird der Mangel an Lebensmitteln von Jahr zu Jahr drückender, und im Steckrübenwinter 1917 fehlen den Einrichtungen des Roten Kreuzes oft die einfachsten Grundnahrungsmittel.

 

Ab 1915 übernimmt das Rote Kreuz die Betreuung deutscher Kriegsgefangener in Frankreich und England. Hier taucht zum ersten Mal die Verbindung mit dem Internationalen Roten Kreuz in Genf auf, dessen Abmachungen angewendet werden können. Es wird auch Klage darüber geführt, dass mit den Sendungen Missbrauch geübt wird, insbesondere darüber, dass unsere Gefangenen in Russland vorerst nicht erreichbar sind. Ab 1916 wird aber auch Winterausrüstung für diese Gefangenen in Sibirien gesammelt.

 

15. Das Rote Kreuz „zeichnet für die Kriegsanleihe“

Schließlich trennt sich auch das Rote Kreuz Iserlohn von seinem angesammelten Kapital und zeichnet eine Kriegsanleihe in Höhe von 50.000,- Mark. Dem Drängen der Vorsitzenden, weitere Gelder abzugeben, stellt der verantwortliche Kassierer, Herr Kirchhoff, die kategorische Anmerkung entgegen. „Weitere Mittel sind jetzt nicht mehr vorhanden.“

 

Später jedoch werden noch einmal 25.000 Mark Kriegsanleihe aufgestockt, die nach 1924 mit einem ganz geringen Betrag aufgewertet werden.

 

In den Jahren 1914 – 1918 hat die Kreisvereinigung für ihre Aufgaben insgesamt gut 83.000,- Mark ausgegeben bei einer Einnahmesumme von rund 74.000,- Mark. Der Kreisverein hat sein restliches Vermögen ausgezehrt und durch die Kriegsanleihe das Kapital verloren.

 

16. Kriegsmüdigkeit, Zusammenbruch, Revolution

Im Jahre 1918 wird der Mangel an Lebensmitteln und Versorgungsgütern so drückend, dass auch das Rote Kreuz seinen kriegsbedingten Aufgaben kaum noch nachzukommen weiß. Am Ende befällt eine allgemeine Lähmung und abgrundtiefe Enttäuschung über den Zusammenbruch der Monarchie in der Revolution die Führungskräfte und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Das Rote Kreuz entzieht sich auch damals nicht der Betreuung der heimkehrenden Soldaten, die noch ordnungsgemäß in geschlossenen Verbänden von der Front zurückkommen, wie es den Soldaten des Jahres 1945 nach bedingungsloser Kapitulation nicht vergönnt sein wird.

 

17. Erste Nachkriegszeit, Besetzung des Ruhrgebietes, Inflation

In der ersten Nachkriegszeit sinkt die Mitgliederzahl nur leicht, sie bewegt sich um 1.000.

Die wirtschaftliche Misere lässt die Beiträge sinken und Geldspenden versiegen, die Sachspenden schrumpfen zusammen.

 

Die Sozialarbeit konzentriert sich im wesentlichen auf die Betreuung kranker erholungsbedürftiger Kinder. Im Jahre 1921 erwirbt der Landkreis Iserlohn ein Kindergenesungsheim auf Norderney, und hiermit entsteht eine Erholungseinrichtung besonderer Art, die auch vom Roten Kreuz stark beansprucht wird.

 

Der Kreisverein beteiligt sich an der Verteilung sogenannter Quäkerspeisung, die aus den USA kommt. Er sammelt weiter Mehl, Kleidungsstücke und Wäschestoffe für bedürftige Einzelpersonen und Familien. Das Rote Kreuz kann nur punktweise helfen bei der Fülle von Armut und Bedürftigkeit. Doch die Idee der Hilfsbereitschaft bleibt lebendig, und es wird mit einzelnen Hilfsaktionen immer wieder versucht, gegen die allgemeine Not der Zeit zu steuern. Zu Weihnachten 1923 kauft der damalige Landrat Dr. Loos z.B. 20 ¾-Sack Weizenauszugsmehl, das an die hilfsbedürftige Bevölkerung verteilt wird.

 

Nach der Stabilisierung der Währung kauft Dr. Loos 1924 noch einmal 30 Sack Weizenmehl, pro Sack für 15 Goldmark, und er lässt diese Ware wieder an Hilfsbedürftige in seinem Kreisgebiet verteilen. Nach der Stabilisierung der Geldverhältnisse hält sich die Zahl der Mitglieder um1.000, der Jahresbeitrag wird vorübergehend auf eine Reichsmark gesenkt. Infolgedessen sinken auch die Hilfsleistungen ab, die vor allem auch in den späteren Jahren der großen Wirtschaftskrise zwischen 1929 und 1933 erforderlich werden. Der Verein beschränkt sich im wesentlichen darauf, die weiblichen schulentlassene Jugend in Haushaltungs-, Handarbeits- und Säuglingspflegelehrgängen zu schulen.

 

In dieser Zeitperiode vom Kriegsende 1918 bis zum Machtwechsel im Jahre 1933 finden im Kreise nur 2 Kurse zur Ausbildung in der Ersten-Hilfe bei Unglücksfällen statt, in denen 42 Mädchen ausgebildet werden.

 

18. Anfänge des Jugendrotkreuzes

In dieser schwierigen Zeit von 1928 bis 1932 bilden einzelne Ortsvereine die Jugendgruppen bei den Sanitätskolonnen z.B. in Letmathe, Iserlohn und Schwerte. (Im Jahre 1929 wird die Stadt Schwerte nach Auflösung des Kreises Hörde dem Landkreis Iserlohn zugeteilt. Dadurch gewinnt die Rotkreuzorganisation Iserlohn einen starken Ortsverein, der schon seit 1878 besteht.)

 

Frau Studienrätin Dubois bildet in Schwerte auch ein Jugendrotkreuz für Mädchen. Nach dem Gründungsaufruf des Zentralvereins in Berlin von 1928 „sollen sich Jugendliche so zeitig wie möglich daran gewöhnen, dem Bruder in Brüderlichkeit zu dienen und gesundheitsgemäß zu leben“.

Diese guten Ansätze einer eigenen Jugendorganisation im Roten Kreuz werden 1933 durch den Nationalsozialismus streng unterbunden, da die Staatsjugend eine Monopolstellung für sich beansprucht.

 

Im ganzen verraten die Protokolle der Weimarer Zeit von 1919 bis 1933 immer wieder Schwierigkeiten in der Besetzung der leitenden Positionen und in der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen den Ortsvereinen. Landrat Dr. Loos setzt die zentrale Leitungsidee des Kreisvereins vom Roten Kreuz fort und stärkt personell die Position der Verwaltung. Dabei versucht er, dem lokalen, regionalen und konfessionellen Proporzdenken der damaligen Zeit in etwa gerecht zu werden. So scheidet der Fabrikant Kirchhoff 1921 nach langjähriger Tätigkeit als Schatzmeister aus, und an seine Stelle tritt bezeichnenderweise der damalige Leiter des Kreiswohlfahrtsamtes.

 

Am 23.12.1922, 2 Tage vor Weihnachten, teilt der schriftführende Landrat Dr. Loos mit, dass nach dem Ergebnis der stattgefundenen längeren Verhandlungen die Zusammenarbeit in Stadt- und Landkreis Iserlohn auch fernerhin beibehalten werden und dass nun die Tätigkeit des Stadtkreises in vollem Maße auch wieder einsetzen könne. Zugleich werden den örtlichen Vereinen größere Selbstständigkeiten eingeräumt. Sie können u.a. 75% ihrer eingehenden Beträge örtlich verfügen, während 25% dem Kreisverein zur Deckung seiner Aufgaben zugewiesen werden. Den beiden größeren Ortsvereinen in Schwerte und Iserlohn wird außerdem das Recht des unmittelbaren Schriftverkehrs mit dem Provinzialverband zugestanden.

Beim Normalbeitrag von 1 Goldmark pro Mitglied ab 1924 gibt der Kreisverein zwischen 1927 und 1934 insgesamt 37.781,- Reichsmark aus.

 

Bezeichnend für die Not der damaligen Zeit, in der rund 30% aller Arbeitswilligen keine Arbeit finden konnten, sind Einzelheiten aus den örtlichen Jahresberichten. Der Ortsverein Schwerte richtet z.B. in der offenen Fürsorge 2 Mütterberatungsstellen ein, die stark besucht werden. Im Jahre 1930 werden in Schwerte z.B. an 39 Wöchnerinnen 10 Tage hindurch freie Mittagessen ausgegeben.

Im Jahre 1932 ist die Zahl der betreuten Wöchnerinnen bereits auf 65 angestiegen, und jede einzelne Teilnehmerin erhält nur noch für 9 Tage ein Mittagessen. Darüber hinaus teilt man in den Ortsvereinen an Wöchnerinnen und an die Kinder in kinderreichen Familien regelmäßige Tagesrationen von Milchspeisen aus.

Auf diesem Hintergrund der Not und Hoffnungslosigkeit zeichnet sich auch bald für die Rotkreuzarbeit der wachsende Einfluss der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ab.

 

19. Gleichschaltung des Deutschen Roten Kreuzes durch den Nationalsozialismus

Nach dem Machtwechsel vom 30.01.1933 unterstellt sich der Vaterländische Frauenverein offensichtlich nur widerwillig den allgemeinen Anweisungen, wonach Schritt für Schritt eine Gleichschaltung und Einfügung des Deutschen Roten Kreuzes in den Reichsfrauenbunder folgt. Diese Vereinigung des Deutschen Roten Kreuzes steht unter Frau Scholz-Klink, die zugleich die Führung der NS-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes wahrnimmt. Alle eigenen Sozialdienste entfallen sofort. So wird z.B. schon Anfang 1933 in Schwerte der Kinderhort des Roten Kreuzes geschlossen, die Leiterin wird in einem Industriewerk dienstverpflichtet. In der Jahresstatistik 1935 erscheint bezeichnenderweise die Sonderrubrik der Mitgliedschaft der NS-Frauenschaft, zu der sich 80% nach außen hin bekennen. Führungskräfte und Mitglieder ziehen sich enttäuscht von der Arbeit zurück, die Partei präsentiert zum Teil neue Personen. Auch wird die enge Zusammenarbeit mit der NS-Volkswohlfahrt (Winterhilfswerk, Mutter und Kind) herausgestellt. „Auch kommen wir monatlich zu einer Aussprache innerhalb der NS-Volkswohlfahrt zusammen.“

 

Die gesamte Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes wird auf die Bereitschaftsdienste zurückgedreht und konzentriert. Die Erziehung zur Wehrhaftigkeit und zur Vorbereitung auf den amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht bestimmt alle Tätigkeiten. Der Organisationsplan nach dem Stande vom 06.04.1936 verrät die Durchsetzung des Führerprinzips bis zur untersten Ebene. Für den Kreisverband Iserlohn wird ein Arbeitsauschuss von 7 Personen gebildet, darüber steht ein 11köpfiger Kreisrat, der künftig die ehemaligen Aufgaben der Mitgliederversammlung wahrnimmt.

Im Rahmen dieser Umorganisation stellt das Protokoll vom 02.03.1935 die endgültige Teilung zwischen Iserlohn-Land und Iserlohn-Stadt fest. Zugleich tritt damals der Kreisinspektor Große-Wiencker als stellvertretender Schatzmeister im Landkreis Iserlohn auf.

 

Bezeichnend für die veränderten Zeitverhältnisse ist die Tatsache, dass im Jahre 1936 das 50jährige Bestehen des Kreisvereins Iserlohn in der Stadt Schwerte gefeiert wird mit einem Programm, das an den 1. Weltkrieg erinnert und die Tätigkeit des Schwerter Roten Kreuzes während des Kriegsjahres 1915 in einem Bühnenspiel wiedergibt. Am Ende dieser Darstellung heißt es so: „Zum Schluss dieses Arbeitsnachmittages verkündet ein Sanitäter mit Extrablatt einen neuen Sieg Hindenburgs.“

 

20. Die neue gesetzliche Regelung

Schließlich schlägt auch das Reichsgesetz über das Deutsche Rote Kreuz vom 09.12.1937 bis in die letzte Ortsvereinigung des Kreises durch. Für den ehemaligen Frauenarbeitskreis bleibt nur noch ein Verbindungsamt zur Reichsfrauenführung übrig. Die langjährige erfolgreiche Sozialarbeit wird dem Frauenarbeitskreis künftig untersagt. Entsprechend den 15 Wehrkreisen werden Landesstellen errichtet, in denen wieder die zentralen Kreisstellen bestehen. Die Angehörigen der ehemaligen Sanitätskolonnen werden in Männer- und Frauen-Bereitschaften verpflichtet, an 2 Abenden und an einem Sonntag im Monat jeweils Dienst zu tun und sich auch politisch schulen zu lassen. Die Bereitschaften werden zu allen öffentlichen Veranstaltungen und Aufmärschen herangezogen, sie arbeiten in Feldübungen mit der Wehrmacht zusammen und übernehmen auf örtlicher Ebene die Ausbildung der Helfer und Helferinnen für den Selbstschutz im Reichsluftschutzbund.

Im Kriege werden Inspekteure des Deutschen Roten Kreuzes bestellt, die in jedem Wehrkreis bis zur Kreisebene hinunter den Einsatz der freiwilligen Krankenpflege regeln und zugleich die Verbindung zur Wehrmacht herstellen (Lazarette, Bahnhofsdienste usw.).

 

In den Kriegsjahren 1939 – 1945 werden konzentriert alle Kräfte und Einrichtungen auf Grund der zentralistischen und gleichgeschalteten Organisationen letztlich von der Wehrmacht und von den Wehrmachtssanitätsdiensten eingesetzt.

Eine zwangsläufige Erweiterung und Ergänzung ergibt sich aus dem zunehmenden Luftkrieg über der Heimat durch den Luftschutzsanitätsdienst. Mit den wachsenden Beanspruchungen und Verlusten geht hierbei das Prinzip der Freiwilligkeit verloren, und die Dienstverpflichtung tritt breit an dessen Stelle.

 

In dieser Verzahnung gerät auch das örtliche Rote Kreuz in den schicksalhaften Ablauf der Kriegsereignisse, die zur Besetzung eines jeden Dorfes in Deutschland durch feindliche Truppen und zur bedingungslosen Kapitulation am 08. Mai 1945 führen. Im Kreise Iserlohn ist diese Endphase von der Schließung des sog. Ruhrkessels durch amerikanische Truppen bestimmt. Wegen des Verlustes und der teilweise bewussten Vernichtung mancher Akten sind hier keine Zahlen über die einzelnen Tätigkeiten und Opfer in der letzten Phase zu finden. Einzelne Ortsvereine haben offensichtlich in ihrer Art zur Bewältigung der belasteten Vergangenheit beigesteuert.

 

21. Skepsis der Besatzungsmächte

Im Jahre 1945 gerät zunächst auch hier das Rote Kreuz bei den Besatzungsmächten in den Verdacht, eine NS-Organisation geworden zu sein. Unverständlicherweise wird sofort jede weitere Tätigkeit im Krankentransportdienst untersagt, und die Aufgabe fällt durch Verordnung der Militärregierung an die örtlichen Feuerwehren. Im übrigen lässt die Militärregierung nur einzelne soziale Hilfen unter strenger Überwachung zu. Da der Nationalsozialismus alle Vermögenswerte des Roten Kreuzes nur zentral erfasst hat, bereitet die Rückgabe an die örtlichen Stellen große Schwierigkeiten.

 

Später gestattet die Militärregierung auch soziale Dienste an Heimkehrern, Vertriebenen, Evakuierten. Einzelne Helferinnen und Helfer stehen einem Meer von Elend und Hoffnungslosigkeit gegenüber, die Idee des Dienstes am Nächsten bleibt aber lebendig.

 

Die von der Militärregierung eingesetzten Orts- und Kreisverwaltungen greifen gerne auf diese kleine Zahl bewährter, hilfsbereiter Menschen zurück. Auch hier wirkt sich jetzt die Arbeit des Internationalen Roten Kreuzes aus, das Zutritt zu den Gefängnislagern und zu den politischen Häftlingen in Internierungslagern hat. Das Rote Kreuz kann wenigstens noch den Eindruck vermitteln, dass diese Menschen nicht vollkommen vergessen sind, und dass sich Einzelne bemühen, das Los der Gefangenen und Internierten Schritt für Schritt zu lindern.

 

Gerade im notwendigen Suchdienst der vermissten Soldaten und der durch Flucht und Vertreibung getrennten Familien laufen fast alle Vermittlungstätigkeiten über ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte des Roten Kreuzes. Einzelne Suchaktionen werden noch bis heute über die Kreisgeschäftsstelle abgewickelt.

 

22. Die Entnazifizierung

Die Besatzungsmacht verlangt nachdrücklich eine Entnazifizierung aller „Funktionäre im Roten Kreuz“, für die im sog. großen Fragebogen eine gesonderte Rubrik erscheint. Die Akten verraten die Tragik mancher Personen, die sich aus Idealismus der großen Aufgabe eines ehrenamtlichen Dienstes im Roten Kreuz verschrieben haben. Andererseits taucht auch mancher Entlastungsbeleg auf („Persilschein“), der teils komödienhaft und teils peinlich wirkt. Sie sind Dokumente einer würdelosen Zeit, in der Deutschland ohne jede eigene Staatsgewalt ganz von der Gnade der Besatzer leben muss. Allerdings bewährt sich in diesen Zeitläufen die gewachsene Querverbindung zwischen dem Roten Kreuz und der Kreisverwaltung, die zunächst zusammen mit den eingesetzten örtlichen Verwaltungen den fehlenden Staat ersetzen muss.

 

23. Der Neuaufbau des Roten Kreuzes

Bereits Ende 1945 holt der neugebildete Landesverband Westfalen-Lippe die nach Everswinkel ausgelagerten Unterlagen der früheren Landesstelle XI nach Münster zurück. Es werden ab 1948 erste Verbindungen zu den ehemaligen Kreisstellen aufgenommen, bei denen die Provinzialsatzung vom 14.1.1948 vorgelegt wird. Die Landesverbände nehmen untereinander in den Zonen und besonders in den drei westlichen Besatzungsbereichen Beziehungen auf, das Internationale Rote Kreuz in Genf unterstützt diese Bestrebungen, und so kommt es in der historisch gewordenen gemeinsamen Sitzung am 04.02.1950 auf dem Rittersturz bei Koblenz zur Neugründung des Deutschen Roten Kreuzes ohne Beteiligung der Russischen Besatzungszone. Im Landkreis Iserlohn versucht der von der Militärregierung eingesetzte Oberkreisdirektor Lücking eine Reorganisation, wobei man an den örtlichen 3 Säulen, der Männer-Bereitschaft, der Frauen-Bereitschaft und dem Frauenarbeitskreis, viel Eigenleben überlässt. Bis zum Jahre 1967 sind kaum Akten bei dem Kreisverband aufzufinden. Bei der schwachen Besetzung der Geschäftsführung kann nur ein Mindestmaß von Organisation, Finanzierung und Schulung ausgeführt werden.

 

24. Straffung der Organisation und Übernahme neuer Aufgaben

Im Jahre 1959 hat sich jedoch der Kreisverein anlässlich einer Feier zum Andenken an die Schlacht von Solferino und die Entweckung des Rotkreuzgedankens durch Dunant auf sich selbst besonnen. Auch diese Feier wird am 23.04.1959 von dem recht aktiven Ortsverband Schwerte ausgerichtet, und in ihrem Mittelpunkt steht eine Festaufführung der Schauspielergruppe Held-Magney unter dem Titel: „Henry Dunant – der Helfer Gottes“.

Aus den Berichten über diese Veranstaltung sprechen die Sorgen der damaligen Zeit:

  1. Das Rote Kreuz wünscht einen stärkeren Schutz der Zivilbevölkerung, und es verlangt die Bereitstellung stärkerer Mittel, um auch die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhen zu können.

  2. Das Rote Kreuz stellt fest, dass in der Bundesrepublik nur 2% der Bevölkerung fördernde Mitglieder des Roten Kreuzes sind. Dabei liegt Iserlohn-Land mit 1,5% noch unter diesem Durchschnitt, während z.B. in USA 14%, in Kanada 10%, in Schweden 8%, in Japan 7%, in der Schweiz 4% der Bevölkerung die Arbeit des Roten Kreuzes regelmäßig unterstützen.

 

Diese Aufrüttelung des DRK-Kreisverbandes Iserlohn aus dem Jahre 1959 trägt aber nur langsam Früchte. Die Ortsvereine vegetieren mehr oder weniger für sich dahin. Es fehlt die fachlich-zentrale Stelle mit ihren Initiativen und Hilfen.

Ab 1965 übernimmt der Oberkreisdirektor Dr. Albath den Vorsitz, die Geschäftsstelle wird personell und sachlich stärker ausgestattet. Parallel hierzu läuft eine Werbung um fördernde Mitglieder, damit die finanzielle Basis für die kommende Arbeit verbessert wird. Zugleich werden die Ortsvereine beim Aufbau eines Jugendrotkreuzes gefördert. Hier knüpft man an die Formen der 30er Jahre an, die durch die NS-Verbote seinerzeit zerstört worden sind.

 

25. Kindergärten und Stadtranderholung

In den 70igern richten die Ortsvereine Menden, Hemer und Balve Kindergärten für zusammen 8 Gruppen ein. Sie füllen zum Teil dort Lücken aus, wo die Kirchengemeinden wegen der wachsenden Finanzierungsschwierigkeiten angesichts hoher Sach- und Personalkosten eine Errichtung scheuen. Ebenso baut das Rote Kreuz die Aktion „Essen auf Rädern“ auf, die alleinstehenden und im Haushalt hilflos gewordenen Menschen täglich ein Mittagessen anbietet.

Zur gleichen werden in Hemer, Letmathe und Menden für Kinder, die keine Ferienreisen mit ihren Eltern unternehmen können, Stadtranderholungen in Zusammenarbeit mit den örtlichen Jugendämtern angeboten. Diese Einrichtung findet allgemein starken Zuspruch.

 

26. Die Gebietsneuordnung

Die kommunale Neugliederung zum 01.01.1975 wirft für den Kreisverband neue Fragen auf. Aus dem aufgelösten Kreise Arnsberg tritt die Stadt Balve in die Kreisvereinigung ein, die Stadt Hohenlimburg wird politisch ein Teil der Stadt Hagen, verbleibt aber im DRK-Kreisverband Iserlohn-Land, ebenso die Stadt Schwerte, die dem Kreis Unna zugeteilt wird. Die bis dahin selbstständige Stadt Letmathe geht politisch in der Stadt Iserlohn unter, verbleibt aber in der bisherigen Rotkreuzorganisation. Die Stadt Iserlohn verliert ihre Kreisfreiheit, besteht aber als Rotkreuz-Kreisverband weiter, so dass zwei Kreisverbände in der gleichen Stadt selbstständige Geschäftsstellen unterhalten. Außerdem existieren in dem neuen Großraum des Märkischen Kreises die alten DRK-Kreisverbände Altena und Lüdenscheid weiter. Verschiedene Konzepte zur Straffung der Rotkreuzarbeit haben bisher keinen Erfolg gebracht. Diese Problematik ist auch sicherlich sehr behutsam anzufassen, weil die personellen und sachlichen Strukturen in längeren Zeiträumen von Ort zu Ort organisch gewachsen sind und daher stark voneinander variieren.

 

27. Zwischenbilanz

Der Jahresbericht 1972 versucht die Bilanz der 60er Jahre zu ziehen und einen echten Neuanfang zu setzen.

Die im Kreisverband aufgebaute 28. Katastrophenschutzeinheit ist aufgelöst worden. An deren Stelle treten künftig kleinere beweglichere Zugeinheiten in Zusammenarbeit mit dem für diesen Bereich zuständigen Landkreis. Die Ausbildungspläne werden zentral aufgestellt zur Einhaltung in den örtlichen Bereitschaften. „Das Durcheinander der letzten Jahre, fehlende Information, mangelnde verwaltungsmäßige Betreuung haben Misstrauen und Uneinigkeit geschaffen.“ Schritt für Schritt werden die Entfremdungen und Spannungen zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften abgebaut.

 

Die Zahlen des Jahresberichtes 1976 spiegeln frisches Leben wider. Alle Ortsvereine erhalten z.B. wieder eine Beratungsstelle. Im Bereich der Sozialarbeit wirken ehrenamtliche Kräfte in rund 150 Maßnahmen der Altenhilfe mit, die bis zu 280 Hausbesuche erledigen und 600 Beratungsgespräche führen. In Menden, Letmathe und Schwerte hat sich ein Altenclub aufgetan.

 

Im Suchdienst werden in enger Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften immer noch 220 Suchanträge über Vermisste bearbeitet. Ferner Anträge auf Familienzusammenführung erledigt, allein 600 solcher Anträge aus Polen. Weitere Sozialdienste: Mobiler Altenpflegedienst, Essen auf Rädern in Menden und Hemer, Blutspende von fast 800 Personen in 77 Terminen. Die Zahl der freiwilligen Schwesternhelferinnen ist wieder auf 194 angestiegen. Die Ausbildung wird verbreitert und die besondere Maßnahme „In 28 Tagen Schwesternhelferin im Deutschen Roten Kreuz“ findet allseits Anklang. Die Bereitschaften Schwerte und Hohenlimburg beteiligen sich am Krankentransport- und Rettungsdienst teils als Rettungssanitäter. Es wirken 65 Frauen und 187 Männer mit, die sich ehrenamtlich in über 33.000 Arbeitsstunden bereithalten. Für diese Einsatzdienste stehen bei den Ortsverbänden und beim Kreis 13 Spezialfahrzeuge mit Einrichtungen bereit.

 

Die Neuorganisation für größere Unfälle und Katastrophen bringt Aufstellung von Sanitätszügen, eines Verbandplatzzuges, eines Betreuungszuges, eines Verpflegungszuges, eines Verbrauchsgütertrupps und eines Materialerhaltungstrupps. Außerdem besteht eine Führungsgruppe neben 2 Rettungsstellen und 5 Betreuungsstellen. In diesen Bereichen arbeiten 93 Frauen und 193 Männer ehrenamtlich mit. Sie haben in 36 Übungen 8.600 Arbeitsstunden abgeleistet. Eine enge Zusammenarbeit mit den behördlichen Stellen des Katastrophenschutzes ist gegeben.

 

28. Stand der 70er Jahre nach dem Jahresbericht 1977

Im Laufe de Jahres 1977 werden in den zum Kreisverband zählenden 6 Ortsverbänden Balve, Hemer, Hohenlimburg, Letmathe, Menden und Schwerte in enger Zusammenarbeit mit und unter Anleitung der Kreisgeschäftsstelle ehrenamtlich folgende Leistungen erbracht:

- 40.000 Arbeitsstunden in sozialen Diensten, bei Einzelberatungen, Hausbesuchen, Hilfen für Umsiedler und anderen Tätigkeiten

- 30.000 Arbeitsstunden im Krankentransport und im Rettungsdienst bei Mitwirkung im öffentlichen Krankentransport

- 25.000 Arbeitsstunden bei der Ausbildung und bei dem Einsatz von Sanitätsdiensten.

- 10.000 Arbeitsstunden im JRK. (Hinzu kommen für diesen Bereich die Maßnahmen der Stadtranderholung in Letmathe, Hemer und Menden.)

- 9.000 Stunden im Blutspendedienst bei 97 Terminen mit 9.571 entnommenen Spenden.

 

Der Dienst in den bestehenden Kindergärten in Hemer, Menden und Balve-Langenholthausen, in dem Kinderhort in Schwerte, der Spielstube in Schwerte und bei der Aktion „Essen auf Rädern“ in Hemer und Menden rundet die Palette der breiten Sozialarbeit ab.

 

Teil dieser Sozialarbeit ist auch der Soziale Hilfsdienst Schwerte, der in gemeinsamer Trägerschaft des Roten Kreuzes, der Arbeiterwohlfahrt und der Stadt Schwerte steht.

 

1985 übernimmt das Rote Kreuz in Schwerte, in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Iserlohn-Land, die Trägerschaft für einen 2-Gruppen-Kindergarten in Schwerte-Gänsewinkel.

 

Im Bereich der Breitenausbildung von Helferinnen und Helfern fehlt es an Ausbildungskräften. Dennoch stellt sich der Kreisverband für 1978 die besondere Aufgabe, nach den Bestimmungen des Katastrophenschutzgesetzes im Lande NRW vom 20.12.1977 einen Betreuungszug aufzustellen und den Helferinnen und Helfern die entsprechende Fachausbildung zu geben.

 

Das Jugendrotkreuz hat seit 1970 wieder einen eigenen gewählten Leiter. Die lebendige Gruppenarbeit setzt in den Ortsvereinen kräftig wieder ein. Allerdings lassen sich die Schwierigkeiten auf diesem Arbeitsfeld nicht übersehen: Abgang zur Bundeswehr, Berufsausbildung, Freistellung nach dem Katastrophenschutzgesetz, frühe Bindung an einen Freund oder eine Freundin.

Der beste praktische Einsatz zeigt sich für das JRK in den Stadtranderholungsmaßnahmen, in denen in Menden regelmäßig 150 Kinder, in Hemer und Letmathe je rund 70 Jugendliche erfasst werden.

 

Aufschlussreich sind Aufbringungen und Verwendung der Haushaltsmittel, die im jeweiligen jährlichen Wirtschaftsplan ausgewiesen werden. Auf der Einnahmeseite werden nur 5,5 % als zweckgebundene Zuschüsse im Rahmen des Katastrophenschutzgesetzes durch das Land gewährt, während 94,5 % der übrigen Wirtschaftssumme von 950.000 DM durch Beiträge fördernder Mitglieder und durch Sammel- und Spendenaktionen hereingeholt werden.

Die Verwendung dieser Mittel stellt sich so dar:

3,4 % = Kosten der Verwaltung

9,0 % = Kosten der Breitenausbildung

9,0 % = Kosten für den Suchdienst und die Familienzusammenführung

10,5 % = Kosten des Altenpflegedienstes

11,4 % = Kosten für den Blutspendedienst

14,2 % = Kosten für Einsatzdienste und den Katastrophenschutz

15,7 % = Kosten für das JRK

26,8 % = Kosten für die übrige Sozialarbeit

 

29. Neue Gruppe von Mitarbeitern

Die Bestimmungen des Katastrophenschutzgesetzes erlauben es jungen Menschen sich für die Arbeit im Roten Kreuz freistellen zu lassen. Von dieser Möglichkeit haben innerhalb des Rotkreuzverbandes Iserlohn-Land z.Zt. 58 Personen Gebrauch gemacht.

Ferner wurden 9 Mitarbeiter für den Dienst im Roten Kreuz vom Wehrdienst freigestellt.

 

Darüber hinaus ist der Kreisverband eine anerkannte Beschäftigungsstelle für Zivildienstleistende, die z.Zt. von 6 Personen in Anspruch genommen wird. So sind neue Gruppen junger Menschen in die Bereitschaften des Roten Kreuzes eingetreten, Menschen, die Krieg und Not nicht an ihrem eigenen Leibe erlebt haben.

 

Sie sind nüchtern und kritisch. Daher stellt sich auch im Rotkreuzbereich das Generationenproblem in der Form, dass die Mitglieder alter Prägung zusammenarbeiten sollen mit den Gruppen der neueren Struktur. Es lässt sich dabei nicht übersehen, dass in dieser Umgestaltung das Prinzip der reinen Freiwilligkeit und Unentgeltlichkeit zwangsläufig eine gewisse Dehnung erfahren hat. Andererseits kann der Kreisverband auf jüngere Reserven zurückgreifen, die früher für die vielen Dienste nicht unmittelbar angesprochen werden konnten. Das Nebeneinander verschiedener Gruppen alter und neuer Prägung fruchtbar zu gestalten, ist dem Roten Kreuz als neue Aufgabe gegeben mitten in dem allgemeinen gesellschaftlichen Wandel unserer Zeit. Auch und gerade hier sollte nach innen hin Henry Dunants Wort aus dem Jahre 1859 Gültigkeit behalten: „Wir sind alle Brüder.“

 

30. Organisation

Der Kreisverband Deutsches Rotes Kreuz Iserlohn-Land ist ein eingetragener Verein, der satzungsgemäß von seinen Organen verwaltet wird (Vorstand, Geschäftsführung, Mitgliederversammlung). Er stellt jährlich einen Wirtschaftsplan auf, dessen Abwicklung von eigenen Prüfern und Prüfern des Landesverbandes Westfalen überwacht wird.

Die gleichen Grundsätze gelten für jeden einzelnen Ortsverein, dem es allerdings freistellt bleibt, ob er sich als „Eingetragener Verein“ ausweisen will.

 

Geschichte der Ortsvereine im Kreisverband Iserlohn-Land:

 

Ortsverein Balve

Der Verein wurde 1957 im ehemaligen Kreisverband Arnsberg gegründet und kam mit der kommunalen Neugliederung 1975 in den Märkischen Kreis und zu dem Kreisverband Iserlohn-Land.

 

Ortsverein Hemer

Der Ortsverein besteht etwa seit 1896. Die Sanitätsgruppe Hemer wurde 1922 von Rechtsanwalt Dr. Hingssen gegründet.

 

Ortsverein Hohenlimburg

Der Verein besteht seit 1885. Seit 1892 besteht eine Sanitätskolonne.

 

Ortsverein Letmathe

Der Verein wurde 1889 gegründet. Daneben bestand vorübergehend von 1920-1933 ein Ortsverein in Oestrich.

 

Ortsverein Menden

Seit 1894 ist ein Frauenarbeitskreis im Vaterländischen Frauenverein nachzuweisen. Die Männer-Bereitschaft wurde 1915 gegründet.

 

Ortsverein Schwerte

Der Verein wurde 1878 im ehemaligen Kreisverband Hörde gegründet. Durch die Gebietsreform des Jahres 1929 kam der Ortsverein in den Landkreis Iserlohn. Heute gehört die Stadt Schwerte nach der kommunalen Neuordnung seit dem 01.01.1975 zum Landkreis Unna. Der DRK-Ortsverein ist im DRK-Kreisverband Iserlohn-Land verblieben.

 

Epilog

Im Jahre 2002 musste der DRK-Kreisverband Iserlohn-Land e.V. Insolvenz anmelden. Im Rahmen dieses Verfahrens wurde der Kreisverband aufgelöst. Die angegliederten Ortsvereine waren davon jedoch nicht unmittelbar betroffen und schlossen sich den umliegenden DRK-Kreisverbänden an.

Die Ortsvereine Balve, Hemer und Menden gehören nun zum DRK-Kreisverband Altena-Lüdenscheid e.V.